Ausstellung und Buch:

Eine Kiste im Keller


Eine Kiste im Keller
Eine Ausstellung über einen "guten" deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg

Nach dem Tod seiner Mutter bekam der Künstler Werner Steinbrecher von seinem Vater eine Kiste, in der seine Eltern alles aus der Zeit des Nationalsozialismus aufgehoben hatten. Dazu gehören u.a. 767 Feldpostbriefe, die sein Vater an seine Mutter geschrieben hatte. Die Ausstellung zeigt eine künstlerische Verarbeitung der Briefe und ihre historische und biographische Einordnung anhand von Dokumenten und Fotos.

Angesicht deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert geht es um ein Selbstverständnis jenseits von Selbsthass oder gleichgültiger Selbstzufriedenheit. Die Ausstellung zeigt das schmerzhafte Nebeneinander von Anstand, Religiosität und brutaler Gewalt in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie richtet den Blick auf die Mechanismen von Anpassung und Verdrängung angesichts von Gewalt und will so zum Nachdenken - auch über unseren Umgang mit Gewalt - anregen.

Die Ausstellung umfasst
7 Rahmen (70 x 100) mit 14 farbigen Zeichnungen (Tusche auf Karton)
4 Rahmen (70 x 100) mit Texten, Fotos und Dokumenten, die die Zeichnungen biografisch und historisch einordnen
2 Rahmen (70 x 100) mit 2 farbigen Zeichnungen aus dem Jahr 2002
1 CD mit vorgelesenen Feldpostbriefen

Leihkosten der Ausstellung: 250 Euro (für Kirchengemeinden 100 Euro);
Farbige Plakate DIN A2 für Werbung vor Ort: 0,50 Euro.

Das Buch versucht (über eine Dokumentation der Ausstellung hinaus) durch die Analyse der Feldpostbriefe Einblicke in die Erfahrungswelt eines Mannes zu bieten, der an öffentlich abgesegneter Gewalt beteiligt war. Das Buch wird abgeschlossen durch theologische Reflektionen von Klara Butting, Friedrich-Wilhelm Marquardt, Dieter Schellong und Gunther Schendel.

Hg. von Gerard Minnaard und Werner Steinbrecher
14 €, 120 Seiten
ISBN 3-932810-16-3